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Das Theaterfestival in München
15.11. – 1.12.07
Geschichte | 1997

Künstler SPIELART 15. - 25.10. 1997

The Builders Association
USA JUMP CUT I The Last Hour
Werner Puntigam Österreich Triptychon
Forced Entertainment Großbritannien Speak Bitterness
Roy Faudree I No Theater USA DFS de fiance suction
Alexeij Sagerer & proT München ... und morgen die ganze Welt
Théâtre du Radeau Frankreich Bataille du Tagliamento
Huis a/d Werf Niederlande House of Bamboo
Cornelie Müller München Lauter! stille Stücke
Giardini Pensili Italien Metrodora
Amedeo Fago & Fabrizio Beggiato Italien Risotto
Jan Lauwers & Needcompany Belgien Snakesong I Le Désir
Toneelgroep Amsterdam Niederlande Liefhebber
Gob Squad Großbritannien Close Enough to Kiss
Adelhard Roidinger Österreich Inorganic Movements
Socìetas Raffaello Sanzio Italien Giulio Cesare

 

Time's up I Tim Boykett I Just Merrit
Australien I Österreich Various Simplexities - Szenische Installation
Studio Azzurro Italien Ambienti Sensibili Mediale Ausstellung
Rainer Ludwig München Lichtdichte

Nachtschräge
Sophie Rois & Peter Donke
Berlin: Straight from the Heart
HELMHART München I Österreich: Ziegenhund
Irritainment Event Berlin: Return to Rented Lagoon
Istvan Kantor Kanada: Sudden Changes
Hayley Newman Großbritannien: Record I Shot in the Dark I Microphone Scirt
Harald Ferner I Herbert Nauderer I Walter Weh München: TRAKT FNW
Marcel.lí Antúnez Roca Spanien: Epizoo
 

The Builders Association USA
Nach ihrer gefeierten Uraufführung von "Jump Cut" bei SPIELART 97, eröffnete die Builders Association zusammen mit Diller + Scofidio aus New York SPIELART 99 mit ihrer Produktion JET LAG, einer ironischen Multimedia-Parabel auf die Mobilität und Medienöffentlichkeit unserer Zeit.
Marianne Weems gründete 1993 The Builders Association. Die Gruppe setzt sich aus etablierten amerikanischen Künstlern unterschiedlichster Bereiche zusammen und produziert Multi-Media-Performances, in denen die Ausdrucksweisen von Fernsehen, Kino und Architektur untersucht werden. Das New Yorker Multimedia-Duo Elizabeth Diller und Riccardo Scofidio erforscht die Schnittstellen von bildender Kunst, Architektur und Performance.

Forced Entertainment Großbritannien
Forced Entertainment wurde 1984 gegründet. Seitdem arbeitet die Gruppe in nahezu derselben Formation zusammen und entwickelt Themen und Ausdrucksformen während des Arbeitsprozesses. Aus fragmentarischen Erinnerungen, Ideen und Versatzstücken aus alten und neuen Geschichten entsteht durch ein ausgeklügeltes Timing eine meisterhafte Gesamtkomposition.
Die Geschichte von SPIELART ist zu einem großen Teil auch die Geschichte von Forced Entertainment, die mit ihrem SPIELART-Auftritt "Speak Bitterness" 1997 erstmals bei einem deutschen Festival gastierte. Seitdem hat SPIELART alle wichtigen neuen Kreationen von Forced Entertainment koproduziert, so 1999 die 24-Stunden-Vorstellung "Who can sing a song to unfrighten me?", die europaweit auf allen wichtigen Festivals gezeigt wurde, 2001 das Stück "First Night", das das Publikum in Entrüstete und Entzückte spaltete und 2003 „Bloody Mess", als vorläufiges Ergebnis eines Work-in-Progress, der 2004 zum 20-jährigen Jubiläum von Forced Entertainment abgeschlossen wurde.

"Eine der einflussreichsten neuen britischen Theaterkompanien der letzten 20 Jahre". (The Guardian, London)

Roy Faudree / No Theater USA
Roy Faudree, Schauspieler der berühmten New Yorker Wooster Group, Roy Faudree gründete 1974 gemeinsam mit Sheena See die experimentelle Theatercompany No Theater. Sie wurde von der amerikanischen Kritik als „das bestgehütetste Geheimnis im experimentellen Theater" (National Public Radio) bezeichnet.
Roy Faudree inszeniert den Young @ Heart Chorus seit dessen erster Show 1983.

Alexeij Sagerer / proT München
Spricht man von freiem Theater in München, so fällt als erster Name: Alexeij Sagerer. „Theater heute" nannte ihn den wohl bedeutendsten Experimentierer der gesamten freien Szene und charakterisierte ihn als einen „Regie-Woyzeck", der nicht die Kalküle des Kulturbetriebs bedient, sondern geradezu monomanisch seine selbstgesetzte Struktur verfolgt.
Alexeij Sagerer wurde 1944 in Plattling, Niederbayern geboren und lebt seit 1969 in München. Dort gründete er im gleichen Jahr seine Theatergruppe proT, mit der er 1997 den Theaterpreis der Stadt München erhielt.

Cornelie Müller Deutschland
Cornelie Müller, Musik- und Theaterfrau, geheime Klangrätin, arbeitet als freie Regisseurin und Produzentin im Grenzbereich von Musik und Theater. Wesentliche Bestandteile ihres Vorgehens sind die Zusammenarbeit mit SchauspielerInnen wie mit MusikerInnen und die Strukturierung musikalisch-szenischer Entwicklungen zu Abläufen, ebenso wie die bildnerische Gestaltung des Raums. Es sind zahlreiche Arbeiten entstanden, die Räume zum Klingen bringen und Musik sichtbar werden lassen. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit Volksmusik und regionalen Identitäten im Spannungsfeld zu heutigen Lebenswirklichkeiten.

 Jan Lauwers / Needcompany Belgien
Jan Lauwers, 1957 in Antwerpen geboren, studierte Malerei in Gent und gründete 1979 in Brüssel das Epigonen Ensemble. Daraus entstand 1987 die Needcompany, die seitdem auf allen bekannten Bühnen und Theaterfestivals in Europa zu Gast ist.
Jan Lauwers gehörte bereits in den frühen 80er Jahren zu der Avantgarde Flanderns, die einen radikalen Wandel in den Künsten ausgelöst hatte. Lauwers' Hintergrund als Bildender Künstler prägte sehr stark seine Herangehensweise an das Theater und führte zu einer höchst individuellen und in vielerlei Hinsicht bahnbrechenden theatralischen Ausdrucksweise, die das Theater und seine Bedeutung untersucht. Neben Jan Lauwers sind Grace Ellen Barkey und Viviane De Muynck als Schlüsselfiguren des Künstlerkollektives zu nennen.

Gob Squad Großbritannien/Deutschland
Gob Squad ist eine Gruppe englischer und deutscher Künstler, die seit 1994 Performances, Installationen, Filme und Live Events produziert. Dabei experimentiert die Gruppe mit verschiedenen Medien und neuer Technologie.
2001 wurde „The Finalists" im Rahmen des Festivals SPIELART als Siegerbeitrag des Wettbewerb webscene produziert.
"The Finalists", vier Internet-Identitäten, legen ihre Spuren im world wide web aus: Auf verschiedenen Homepages entwickeln sie im Zeitraum des Festivals mit den Ausdrucksformen des Internets - Lieblingslinks, Videos, Fotos, Chats - fiktive Charaktere. In den Phasen des Live-Streamings kommunizieren "The Finalists" untereinander und mit dem Publikum. Die Grenzenlosigkeit der Möglichkeiten bringt Obsessionen, selbstzerstörerische Akte und bizarre Fixierungen ans Licht. Die Zuschauer können mitchatten und teilhaben am Spiel der Identitäten und am Kampf um die Aufmerksamkeit im Universum der unbegrenzten Möglichkeiten ...

Romeo Castellucci/ Socìetas Raffaello Sanzio Italien
Die Socìetas Raffaello Sanzio wurde 1981 in Cesena gegründet und nach dem berühmten Maler und Baumeister der Hochrenaissance, Raffaello Santi, besser bekannt als Raffael, benannt. Seither gehört diese Theatergruppe um Romeo Castellucci zu den radikalsten Vertretern des „nuovo teatro" in Italien. Ausgehend von einem ikonoklastischen Theater (Ikonoklasmus = Bildersturm; Abschaffung und Zerstörung von Heiligenbildern) hat die Socìetas Raffaello Sanzio in ihrer zwanzigjährigen Arbeit eine eigene Theatersprache entwickelt. Vor allem waren es ihre bildreichen zeitgenössischen Adaptionen klassischer Stoffe, mit denen die Gruppe in den letzten Jahren weltweit Aufsehen erregte. Seit Beginn der 90er Jahre gilt Romeo Castellucci als Vorreiter der Theateravantgarde Italiens. 2005 leitete er die Theaterbiennale in Venedig.