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Das Theaterfestival in München
15.11. – 1.12.07
Geschichte | 2003

Künstler SPIELART 24.10. - 8.11. 2003


Teatr Rozmaitości Warszawa I H7 Polen: Das Fest
Katarzyna Kozyra Polen: The Rite of Spring
Teatr Cinema Polen: I do not speak about love here
Teatr Cinema & SPIELART Factory Polen I München:
The Dictionary of Situations
Komuna Otwock Polen: Design: Gropius I Perechodnik Baumann
Big Art Group USA: Flicker
Denis Marleau I Théâtre UBU Québec, Kanada: Die Blinden
Hotel Modern Niederlande: The Great War
Dood Paard Niederlande: Chinindrest take-away
Jewgenij Grischkowez Russland: PLANETA I Dreadnoughts
Jan Lauwers I Needcompany Belgien: Images of Affection
Forced Entertainment Großbritannien: Work-in-Progress (Bloody Mess)

 

Forced Entertainment I Tim Etchells Großbritannien: Instructions for Forgetting
Cornelie Müller München: Knittel: ein Paartanz
Compagnie Dakar Niederlande: DAKAR Trilogie
Jan Ritsema I Bojana Cvejić Niederlande I Serbien-Montenegro: PIPELINES, A CONSTRUCTION
Julius Deutschbauer I Gerhard Spring Österreich: Politisch für Künstler
Leopold von Verschuer Deutschland: Der unendliche Romanschriftsteller
Walid Ra'ad I The Atlas Group Libanon I USA: The Loudest Muttering Is Over I Hostage: The Bachar Tapes
Seven Sisters Group Großbritannien: Trainstation
Stefan Kaegi Deutschland I Argentinien: Torero Portero
Johan Lorbeer Deutschland: Proletarisches Wandbild
Miriam Reeders Niederlande: The Dream Operator
realprodukt - Christina Ruf München: nowhere - everywhere

Grotowski, Kantor - und weiter? - Symposium

 

Teatr Rozmaitosci Polen
1997 ging in Polen ein neuer Stern am Theaterhimmel auf: Grzegorz Jarzyna, geboren 1968, wurde mit seinem Regiedebüt "Tropenkoller" nach zwei Stücken von Stanislaw Witkiewicz über Nacht zum Star der polnischen Theaterszene. In kürzester Zeit erhielt er alle wichtigen Theaterpreise des Landes, und 1998 wurde er künstlerischer Leiter des renommierten Teatr Rozmaitosci in Warschau (heute: ‚TR Warszawa') . Als Vertreter der Generation junger polnischer Künstler, die nicht mehr mit Doppeldeutigkeiten an der Zensur vorbei arbeiten mussten, zeichnet sich Jarzynas Theatersprache durch Klarheit, Direktheit und eine geradezu magische Intensität aus. Die abgründigen Filme von Alfred Hitchcock, David Lynch und Quentin Tarantino beeinflussen seine Inszenierungen gleichermaßen.

Katarzyna Kozyra
Polen
Katarzyna Kozyra, geboren in Warschau, studierte dort bis 1993 Bildende Kunst. Seitdem waren ihre Arbeiten in vielen Einzel- oder Gruppenausstellungen in ganz Europa zu sehen. Ihr Video-Projekt "Men's Bathhouse" wurde 1999 bei der Biennale in Venedig im Polnischen Pavillon präsentiert.

Teatr Cinema Polen
Das Teatr Cinema wurde 1992 von Zbigniew Szumski mit einer Gruppe von Malern aus Gdansk und Schauspielern aus Wroclaw gegründet. Seitdem erarbeitet die Company Stücke als "Aufbegehren der Phantasie gegen die Routine der Realität". Den Stil des Teatr Cinema prägt eine einzigartig vibrierende Poesie, inspiriert von René Magritte, Samuel Beckett und den Dadaisten. Das Teatr Cinema ist eine der auch international bekanntesten Theatergruppen Polens. Jerzy Lukosz, einer der bekanntesten zeitgenössischen Autoren und Dramatiker Polens, sagt über die Arbeit des Teatr Cinema: "Jemand hat einmal gesagt, dass neunundneunzig Prozent von allem, was sich Kunst nennt, keineswegs Kunst sei. Wenn ich eines mit Gewissheit behaupten kann, dann dies: Das Werk des CINEMA-Theaters ist Teil des einen Prozents, das die Skeptiker für die Kunst reserviert haben. Kantor und Marthaler sind hier in guter Gesellschaft."

Komuna Otwock Polen
Die Performer-Gruppe Komuna Otwock, benannt nach einem Warschauer Vorort, erforscht seit 15 Jahren die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Revolution: Ausgehend von theoretisch-politischen Fragen gibt Komuna Otwock künstlerische Antworten, die den Menschen ins Blickfeld rücken. Die Gruppe entwickelt jeweils eine dem Thema entsprechende Bühnensprache und -bearbeitung. In die künstlerische Darstellung fließen dabei unterschiedliche Ansätze ein, die vom Schauspiel über choreographierte Bilder bis hin zum Einsatz visueller Medien reichen. "Komuna Otwock beweist, dass eine Theatervorstellung eine klare Botschaft haben kann, auch ohne Banalität und plumpen Symbolismus ... endlich existiert da eine Gruppe, die weiß, was sie ausdrücken will, und die dazu auch auf hervorragende Weise fähig ist." (Didaskalia, 2002)

Big Art Group USA
Der Texaner Caden Manson gründete 1999 die Big Art Group mit der Absicht, die Grenzen des Theaters zu durchbrechen. In einer Kombination aus Film, Fernsehen und Performance untersucht er, wie Bilder zur Unterhaltung verwendet werden, wie das Publikum das Bild erlebt, wie der Riss zwischen Oberfläche und Innenleben verläuft und wie Wahrheit erlogen wird. "Flicker" entstand im Januar 2002 im legendären Performance Space 122 in New York und war ein Jahr später bei SPIELART 03 zu sehen.

Denis Marleau/ Theatre UBU Kanada
Neben Robert Lepage gilt Denis Marleau als einer der bedeutendsten Theatermacher Kanadas. Beide kommen aus Québec, dessen Kultur gleichermaßen europäisch wie amerikanisch geprägt ist. Die "amerikanische" Vorliebe für technologische Finessen und die "europäische" Auswahl der Themen macht das Besondere an ihren Arbeiten aus: So verblüffte Denis Marleau mit dem selten gespielten Stück "Die Blinden" des Belgiers Maurice Maeterlinck als "technologische Phantasmagorie". Die theatrale Installation ist das Ergebnis seiner Tätigkeit als "artist in residence" am Musée d'Art Contemporain in Montréal, die das Museum regelmäßig an Künstler mit der Auflage vergibt, ein eigenständiges Werk zu kreieren, das Theater und Bildende Kunst als gleichberechtigte Elemente verbindet.

Hotel Modern Niederlande
Das Theaterkollektiv Hotel Modern, 1996 gegründet, formiert sich um die Schauspielerinnen Pauline Kalker, Arlène Hoornweg, den Performer Herman Helle und den Musiker Arthur Sauer. In ihren Produktionen verbinden sie Theater mit Puppenspiel und anderen Kunstformen. Die Company verursacht eine Art "kontrolliertes Chaos" auf der Bühne, in dem Text, Requisiten, Musik und Schauspiel gleichermaßen zum Erzählen der Geschichte beitragen. "The Great War" wurde 2001 mit dem Publikumspreis des Festivals "Theater aan de Werf" und dem "CJP Trophy International Theatre Festival" ausgezeichnet und bisher mit großem Erfolg u. a. in Belgien, England, Frankreich, Italien und Spanien gezeigt.

Dood Paard Niederlande
Die Company Dood Paard interpretiert seit zehn Jahren Stücke von Aischylos, Euripides, Ovid, Shakespeare, Beckett, Albee, Handke, Rijnders und vielen anderen Autoren. Dood Paards Projekte entstehen im kollektiven Prozess. Theatrale Möglichkeiten werden neu erfunden und bis an die Grenzen ausgelotet. Die Einheit von Zeit und Raum wird wörtlich genommen - die Vorstellungen sind einzigartige, doppeldeutige, nie vorhersehbare Ereignisse, die unmittelbar während der Aufführung entstehen. Charakteristisch für die Arbeit von Dood Paard ist die Leichtigkeit und die überwältigende Energie, die sich in messerscharfem Humor und ironischer Bitterkeit entlädt.

Jewgenij Grischkowez Russland
Jewgenij Grischkowez wurde 1967 in Sibirien geboren. Nach dem Wehrdienst bei der Kriegsflotte am Stillen Ozean studierte er russische Philologie an der "Technischen Universität Kusbass" (Kursker Kohlebecken), an der er 1990 das Theater "Loge" gründete. Mit diesem Ensemble erarbeitete er mehr als 20 eigenwillige Inszenierungen, die die Truppe gemeinsam aus Gesprächen und Improvisationen entwickelte. 1998 entstand sein Stück "Wie ich einen Hund gegessen habe", das er selbst spielt und mit dem er in Moskau einen großen Erfolg feierte. Im Jahr darauf stellte er sein neues Stück "Gleichzeitig" vor. Grischkowez selbst wehrt sich gegen Bezeichnungen wie Regisseur, Autor oder Schauspieler. Er selbst fand für sich die Bezeichnung "Neuer Sentimentalist". Seit Beginn der Saison 2000/2001 spielt er seine Stücke als ständiger Gast am Theater "Schule des zeitgenössischen Stücks". Im selben Jahr wurde er mit dem russischen "Antibooker Literaturpreis" für Dramatik ausgezeichnet. Die Jury des nationalen Theatertreffens "Goldene Maske" sprach ihm im Jahr 2000 den Innovationspreis, die Kritikerjury den Publikumspreis der Schauspielsaison zu.
"Ins Theater kommen die Leute in der Hoffnung, eine Geschichte über sich selbst zu hören." (Grischkowez)

Jan Lauwers/ Needcompany Belgien
Jan Lauwers, 1957 in Antwerpen geboren, studierte Malerei in Gent und gründete 1979 in Brüssel das Epigonen Ensemble. Daraus entstand 1987 die Needcompany, die seitdem auf allen bekannten Bühnen und Theaterfestivals in Europa zu Gast ist.
Jan Lauwers gehörte bereits in den frühen 80er Jahren zu der Avantgarde Flanderns, die einen radikalen Wandel in den Künsten ausgelöst hatte. Lauwers' Hintergrund als Bildender Künstler prägte sehr stark seine Herangehensweise an das Theater und führte zu einer höchst individuellen und in vielerlei Hinsicht bahnbrechenden theatralischen Ausdrucksweise, die das Theater und seine Bedeutung untersucht. Neben Jan Lauwers sind Grace Ellen Barkey und Viviane De Muynck als Schlüsselfiguren des Künstlerkollektives zu nennen.

Forced Entertainment Großbritannien
Forced Entertainment wurde 1984 gegründet. Seitdem arbeitet die Gruppe in nahezu derselben Formation zusammen und entwickelt Themen und Ausdrucksformen während des Arbeitsprozesses. Aus fragmentarischen Erinnerungen, Ideen und Versatzstücken aus alten und neuen Geschichten entsteht durch ein ausgeklügeltes Timing eine meisterhafte Gesamtkomposition.
Die Geschichte von SPIELART ist zu einem großen Teil auch die Geschichte von Forced Entertainment, die mit ihrem SPIELART-Auftritt "Speak Bitterness" 1997 erstmals bei einem deutschen Festival gastierte. Seitdem hat SPIELART alle wichtigen neuen Kreationen von Forced Entertainment koproduziert, so 1999 die 24-Stunden-Vorstellung "Who can sing a song to unfrighten me?", die europaweit auf allen wichtigen Festivals gezeigt wurde, 2001 das Stück "First Night", das das Publikum in Entrüstete und Entzückte spaltete und 2003 „Bloody Mess", als vorläufiges Ergebnis eines Work-in-Progress, der 2004 zum 20-jährigen Jubiläum von Forced Entertainment abgeschlossen wurde.
"Eine der einflussreichsten neuen britischen Theaterkompanien der letzten 20 Jahre". (The Guardian, London)

 

Cornelie Müller Deutschland
Cornelie Müller, Musik- und Theaterfrau, geheime Klangrätin, arbeitet als freie Regisseurin und Produzentin im Grenzbereich von Musik und Theater. Wesentliche Bestandteile ihres Vorgehens sind die Zusammenarbeit mit SchauspielerInnen wie mit MusikerInnen und die Strukturierung musikalisch-szenischer Entwicklungen zu Abläufen, ebenso wie die bildnerische Gestaltung des Raums. Es sind zahlreiche Arbeiten entstanden, die Räume zum Klingen bringen und Musik sichtbar werden lassen. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit Volksmusik und regionalen Identitäten im Spannungsfeld zu heutigen Lebenswirklichkeiten.

Compagnie Dakar Niederlande
Hans Man In't Veld war einer der Begründer des legendären Werkteaters, später Leiter von Kampnagel in Hamburg und nun Leiter der Regieklasse und Dozent an der Theaterhochschule in Amsterdam. Guido Kleene, der Gründer der Compagnie Dakar, war einer seiner Studenten. Gemeinsam entwickelten sie die DAKAR Trilogie.

Jan Ritsema/ Bojana Cvejic
Niederlande/Serbien-Montenegro
Der Schauspieler und Tänzer Jan Ritsema und die Schauspielerin und Musikwissenschaftlerin Bojana Cvejic bewegen sich in ihren Arbeiten an der Grenze zwischen Darstellung und "Non-Performance". Dabei untersuchen sie vor allem die Bedeutung des "darstellenden Subjekts", seinen Ausdruck, die unmittelbare Präsenz gegenüber der "Repräsentation" und den Austausch der Künste.
"Today Ulysses" ist die dritte Station einer fundamentalen Theaterrecherche, die Jan Ritsema am Brüsseler Kaaitheater entwickelte. Die Produktion, die 2001 bei SPIELART zu Gast war, thematisiert, wie man mit dem Verlust kritischer Distanz umgehen kann. Das Publikum war eingeladen, sich in einer Landschaft mit unendlich vielen Möglichkeiten zu bewegen.
2003 waren Ritsema und Cvejic mit "Pipelines, a construction" wieder bei SPIELART zu sehen, ein Phänomen von Grenzziehungen, ein sich ständig änderndes Szenario von Interessenspositionen: Wenn du etwas machen kannst, das einen Wert für andere hat, solltest du es ihnen verkaufen können; wenn andere etwas haben, das einen Wert für dich hat, solltest du es kaufen können...

Deutschbauer/ Spring
Österreich
Julius Deutschbauer, geboren 1961 in Klagenfurt, Begründer der "Bibliothek ungelesener Bücher" und Gerhard Spring, geboren 1962 in Scheibbs (Niederösterreich), leben als Künstler in Wien. Seit 2000 arbeiten sie als Duo "Deutschbauer/ Spring". Zu ihren letzten Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekten gehören "Entsetzliche Malerei" (Galerie Steinek, Wien), "Urlaubs- und Abenteuerreisen von Linz bis Liverpool" (Galerie Halle, Linz) sowie "Die zwei Räuber", Theaterkaraoke, Schillertage 2003, Mannheim.

Leopold von Verschuer
Deutschland
Leopold von Verschuer ist Regisseur, Schauspieler und Übersetzer des Theatre Impossible. Das Theatre Impossible bezeichnet sich selbst als "einziges nicht existierendes Theater Nordrhein-Westfalens" und tritt seit seinem "Nichtgründungsakt" am 25.9.1998 auf, "wenn es gilt, sich unmöglich zu machen". Mit dem Stück "Remscheid Bahnhof oder Wieviel Ohrfeigen verträgt Betty S.?" war das Theatre Impossible Preisträger von Theaterzwang 2000.

Walid Ra'ad/ The Atlas Group
Libanon/USA
Walid Ra'ad wurde 1967 im Libanon geboren. Seine Arbeiten umfassen Textanalysen, Video, Performance und photographische Projekte. Thematisch konzentriert er sich auf die Libanesischen Bürgerkriege. Zu seinen Aktivitäten zählt die Gründung und Leitung der "Atlas Group", einer Forschungseinrichtung in Beirut, die das zeitgenössische Leben im Libanon dokumentiert. 2002 nahm Walid Ra'ad an der Dokumenta in Kassel teil. Als Assistenz-Professor für Medien und Cultural Studies arbeitet er am Queens College der Universität New York.

Seven Sisters Group Großbritannien
Susanne Thomas gründete 1994 ihre Company "Seven Sisters". Ihr Projekt "Trainstation" wurde nicht nur zum Hit der englischen Tanzszene, sondern war auch bei den Bahnhofsbehörden sehr beliebt, da es die Reisenden an den jeweiligen Orten in außerordentlich gute Stimmung versetzte. Der Brennpunkt Bahnhof verwandelt sich in einen Raum, der vorübergehend von Humor, Toleranz und Mitgefühl infiltriert wird.

Stefan Kaegi / Hygiene Heute
Deutschland
Stefan Kaegi ist Regisseur, Hörspielautor und Klangbastler. Er wurde 1972 in Solothurn (Schweiz) geboren, hat in Zürich Kunst und in Giessen angewandte Theaterwissenschaften studiert. Seine Hörspiele "Kugler Der Fall" und "Warum Jodie Foster kein Wasser will" wurden von diversen Sendern in Deutschland und der Schweiz gesendet. Für das Schweizer Radio und die Intermedium2 am ZKM Karlsruhe inszenierte er das Live-Hörspiel "Glühkäferkomplott". Seine argentinische Inszenierung "Torero Portero" war bei Theater der Welt 02 zu Gast und kehrte 2003 nach Berlin, Frankfurt und Slowenien zurück. In Brasilien inszenierte er unter dem Titel Matraca Catraca eine Busreise durch die Slums. In Buenos Aires realisierte er mit fünf Haustierbesitzern "Sentate. Ein "zoostituto" für das Teatro Sarmiento. In Graz fuhren akustisch manipulierte Motorräder als "Dolly Grip Graz" durch die Kulturhauptstadt. Für das Goethe Institut Krakau inszenierte er die Verfolgungsschnitzel-
jagd "Skrót. Krakau Files".
Mit Bernd Ernst begründete er 1998 das Label "Hygiene Heute", um Pannen und theatrale "Ready-Mades" ins Theater zu holen. So empfingen die beiden zum "Kongress der Schwarzfahrer" auf Kampnagel über 60 Spezialisten. In der Audiotour "Kanal Kirchner" wurden die Hinterhöfe von Frankfurt, Giessen und München zum begehbaren Bühnenbild. Im Juni 2001 konferierten über 70 reinrassige Diplomaten im Museumsquartier Wien unter dem Titel "Europa tanzt. 48 Stunden Meerschweinchen Kongress", in Mannheim formierten sich in der Galerie Exit_Zeitraum über 100 000 Ameisen zu "Staat. Ein Terrarium". Zuletzt inszenierte Hygiene Heute für das Tanzquartier Wien zwei Teilchenphysiker mit ihren Experimenten. "Physik" tourte 2003 nach Frankfurt, Rotterdam und Berlin.
Gemeinsam mit Helgard Haug und Daniel Wetzel inszenierte Stefan Kaegi vier 80jährige Damen zu "Kreuzworträtsel Boxenstopp" im Künstlerhaus Mosonturm in Frankfurt, fünf schiesswütige Jungs in "Shooting Bourbaki" für das Luzerner Theater (ausgezeichnet mit dem Impulse Preis), die Hannover Innenstadt - durch 40 Feldstecher aus dem 10.Stock - in "Sonde Hannover", fünf Experten des mitteleuropäischen Todesarten zu "Deadline" für das Hamburger Schauspielhaus (eingeladen zum Berliner Theatertreffen) und Gerichtsspezialisten zu "Zeugen! Ein Strafkammerspiel" fürs Hebbel-am-Ufer-Theater in Berlin und Schauspiel Hannover. Für Theater der Welt 02 kopierten Ernst/Haug/Kaegi/Wetzel unter dem Label "Rimini Protokoll" gemeinsam mit 200 Bonner Bürgern eine ganze Bundestagssitzung live unter dem Titel "Deutschland 2".
"Shooting Bourbaki" wurde mit dem Impulse-Preis 2002 als beste deutschsprachige freie Theaterproduktion ausgezeichnet und in das Theaterprogramm der expo.02 aufgenommen. Mit Deadline» wurden „Rimini-Protokoll" 2004 und mit «Wallenstein» 2006 zum Berliner Theatertreffen eingeladen.
Am 21. Juni 2007 hatte ihr neuestes Stück - „Uraufführung: Der Besuch der alten Dame" - am Schauspielhaus Zürich Premiere.

Johan Lorbeer
Deutschland
Der Performer Johan Lorbeer hat sich in den vergangenen Jahren vor allem durch seine spektakulären Still-Life-Performances, die häufig im öffentlichen Raum stattfinden, einen Namen gemacht. Bekannt wurde er vor allem mit Arbeiten wie "Proletarisches Wandbild", "Rothko-Fax", "Zu Ehren meiner Mutter" und "Büro".

Miriam Reeders
Niederlande
Miriam Reeders studierte an der Academy of Visual Arts in Maastricht und am Piet Zwart Institute in Rotterdam. Seit 1999 erarbeitet sie verschiedene Performance-Formen, die von Monologen mit Musik über Video-Experimente bis hin zu Multimedia-Veranstaltungen reichen. Die Grundlage für ihre Live-Animationen bilden eigene Zeichnungen: Eine Aneinanderreihung von comicartigen Bildern wird unter einer Filmkamera durchgezogen und auf eine Leinwand projiziert.