Logo Spielart
English
 
Das Theaterfestival in München
15.11. – 1.12.07
Geschichte | 2005

Künstler SPIELART 17.11. - 3.12. 2005


Die Bairishe Geisha München: Einkehr im Schrein I Stüberl - Eingänge zur Hölle
Marie Brassard/Infrarouge Kanada: Peepshow
Romeo Castellucci/Socìetas Raffaello Sanzio Italien: Tragedia Endogonidia BR.#04 Brüssel/Bruxelles
Charlotte Engelkes Schweden: Sweet
Rodrigo García/La Carnicería Teatro Spanien: Die Geschichte von Ronald, dem Clown von McDonalds
Anders Härm Estland: Be drunk, be very, very very drunk
Pol Heyvaert/Victoria Belgien: Aalst, a True Story
hornroh Schweiz: Quartett für neue Alphormusik
Grzegorz Jarzyna/TR Warszawa Polen: Risiko
Saskia Kästner Berlin: Schwester Cordula liest Arztromane
Kinkaleri Italien:
Christoph Marthaler/Schauspielhaus Zürich Schweiz:
O.T. Eine Ersatzpassion
Rick Miller & Daniel Brooks
Kanada: Bigger Than Jesus
Philine Velhagen und Barbara te Kock/PATHOS transport theater München: Warum man im Kino weint und im Theater nicht...
Julian Rosefeldt Berlin: Asylum
She She Pop Hamburg: Warum tanzt ihr nicht?
48nord & SPIELART Factory München:
The Homeless Karaoke Club



Theaterfestivals - Luxusartikel oder Kulturmotor?
Symposium im Rahmen des europäischen Festivalnetzwerkes Theatre Festivals in Transition (FIT)


Reihe Perform!Perform! 2005/2006

Akhe Theater Russland: White Cabin
El Periférico de Objetos Argentinien: Manifesto de Niños
Festival Kantor heute und Teatr Cinema Polen:
Albert Lux
Alvis Hermanis/ Das neue Rigaer Theater Lettland:
Langes Leben (Gara Zive)

 

Die Bairishe Geisha München
Mit der Gruppe "Die Bairishe Geisha" kam 1998 eine neue Farbe in Münchens freie Theaterszene: Judith Huber, Marianne Kirch und Eva Löbau bereichern die heimatliche Kultur um die Aufgaben und Arbeitsbedingungen der Geisha. Die Bairishe Geisha „Makiju" ist ein spartenübergreifendes Langzeitprojekt mit dem Ziel, die Geisha als urbane Mythengestalt im kollektiven Gedächtnis der Stadt München zu verankern. Makiju trat zum ersten Mal 1998 mit dem Literaturprojekt „Geisha mail" in Erscheinung. 2000 entstand die erste Performance „Mein Gastmahl". Seitdem entwickelt das Ensemble in verschiedenen Besetzungen Theaterperformances, mit denen es u. a. an den Münchner Kammerspielen, am Münchner Volkstheater und auf Kampnagel in Hamburg zu sehen war.

Marie Brassard Kanada
Marie Brassard studierte am Conservatoire d'Art Dramatique in Québec und arbeitete lange Jahre mit dem Regisseur Robert Lepage zusammen. Sie schrieb und adaptierte Texte für die Bühne und spielte in seinen wichtigsten Arbeiten die Hauptrollen: „Polygraphe", „Les Sept Branches de la Rivière Ota", „La Géometrie des Miracles". In seinem Shakespeare-Zyklus spielte sie die Rollen Lady Macbeth, Ariel und Virgilia. Sie spielte in den Aufführungen von Asile von Dominique Champagne und Oreille,Tigre et Bruit von Alexis Martin. Mit ihrer ersten eigenen Bühnenarbeit „Jimmy, Traumgeschöpf" feierte sie bei SPIELART 2001 einen fulminanten Erfolg.
2005 war sie mit „Peepshow", einem atemberaubenden Kaleidoskop intimer Geschichten über Versuchungen, Flirts und gebrochene Herzen bei SPIELART zu Gast.

Romeo Castellucci/ Socìetas Raffaello Sanzio Italien
Die Socìetas Raffaello Sanzio wurde 1981 in Cesena gegründet und nach dem berühmten Maler und Baumeister der Hochrenaissance, Raffaello Santi, besser bekannt als Raffael, benannt. Seither gehört diese Theatergruppe um Romeo Castellucci zu den radikalsten Vertretern des „nuovo teatro" in Italien. Ausgehend von einem ikonoklastischen Theater (Ikonoklasmus = Bildersturm; Abschaffung und Zerstörung von Heiligenbildern) hat die Socìetas Raffaello Sanzio in ihrer zwanzigjährigen Arbeit eine eigene Theatersprache entwickelt. Vor allem waren es ihre bildreichen zeitgenössischen Adaptionen klassischer Stoffe, mit denen die Gruppe in den letzten Jahren weltweit Aufsehen erregte. Seit Beginn der 90er Jahre gilt Romeo Castellucci als Vorreiter der Theateravantgarde Italiens. 2005 leitete er die Theaterbiennale in Venedig.

Charlotte Engelkes Schweden
Charlotte Engelkes, geboren in Stockholm, arbeitete von 1987 bis 1996 mit Michael Laub/ Remote Control. Ihr erstes Solo „The Solo" (Regie: Michael Laub) war 1995 beim Theaterfestival SPIELART im Werkraum zu Gast. Seit 1997 entwickelte sie diverse Projekte u. a. mit dem Autor und Choreographen Raimund Hoghe, mit dem Komponisten Heiner Goebbels, den Musikern Marie Goyette und Yumiko Tanaka sowie mit dem Regisseur Ong Ken Sen. Sasha Waltz engagierte sie für das Stück „Inside-Out". Seit 2000 gehört sie zum Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg, wo sie u. a. mit ihrer Strindberg-Adaption „Fräulein Julie - The Musical" Erfolge feierte.

Rodrigo García / La Carnicería Teatro Spanien
Der Autor und Regisseur Rodrigo García, geboren und aufgewachsen in einem argentinischen Slum am Rande von Buenos Aires, lebt und arbeitet in Madrid mit seiner Gruppe „La Carnicería Teatro", zu deutsch „Das Schlachthaus-Theater". Der mit vielen Preisen ausgezeichnete Autor und Regisseur hat sich einem kompromisslos experimentellen Theater verschrieben, das weit jenseits des Etablierten nach einer persönlichen, unverwechselbaren Theatersprache sucht. Seine Inszenierungen setzen auf die Sprachlosigkeit des modernen Konsumenten, auf seine Funktionalität im Anwender- oder Benutzerprofil, und zeichnen dieses mit viel schwarzem Humor und grotesken Einfällen nach.

Anders Härm Estland
Anders Härm studierte Kunstgeschichte und Semiotik an der Estonian Academy of Arts in Tallin und hat dort seit 2000 einen Lehrauftrag inne. Seit 2002 ist er Kurator der Kunsthalle Tallin. Seine erste Performance „Be drunk, be very very drunk", entstand eher zufällig auf einer Konferenz für Kunsthistoriker, bei der er anstatt einer komplizierten wissenschaftlichen Rede ziemlich betrunken einen Vortrag über die Betrunkenheit zum Besten gab und damit später großes Aufsehen auf verschiedenen Theaterfestivals erregte.
Mit dem estnischen Peformancekünstler Hanno Soans gründete er 2001 die troubleproductions und realisierte zahlreiche Kunstprojekte und Performances. Bei der 50. Biennale von Venedig kuratierte er den estnischen Pavillon. Seine neueste Produktion heißt „Cooking and Shitting". Die Mischung aus Vortag und Performance, wurde von ihm eigens für das Theaterfestival Baltoscandal konzipiert.

Pol Heyvaert / Victoria Belgien
Der Regisseur, Dramaturg und Designer Pol Heyvaert arbeitet seit 1995 am internationalen Produktionszentrum Victoria in Gent mit verschiedenen Künstlern zusammen, u. a. als Bühnendesigner für Alain Platel („Moeder en Kind").
Der Ursprung von „Victoria" liegt in der 1975 in Gent gegründeten Company „Stekelbees", die 1987 unter der Leitung von Guy Cassiers (heute Leiter des Het Toneelhuis in Antwerpen) umbenannt wurde in Oud Huis Stekelbees. Mit der Übernahme durch Dirk Pauwels 1992 war Victoria geboren.

hornroh Schweiz
Hinter dem Namen hornroh stecken der Instrumententüftler und Alphornvirtuose Balthasar Streiff und die Sinfonietta-Musiker Heléne Berglund, Rudolf Linder und Martin Roos. Martin Roos, in Sarnen aufgewachsen, hat das Alphornspiel «mit der Muttermilch eingesogen», wie die Kollegen von ihm behaupten. Heléne Berglund ist Tubasolistin, lebt seit 1997 in Basel und spielt seit 2003 bei hornroh. Für die geborene Schwedin ist das Spiel auf dem Alphorn eine Herausforderung der besonderen Art. Rudolf Linder gründete 1980 das Ensemble „basel sinfonietta", wo er auch als Trompeter spielt. Balthasar Streiff studierte Jazz und Kunst in Luzern und Basel und setzt sich seit Jahren mit dem Alphorn als Musikinstrument wie als Kultobjekt auseinander. 1996 gründete er mit dem Stimmperformer Christian Zehnder das Projekt stimmhorn, das national und international mehrfach ausgezeichnet wurde.


Grzegorz Jarzyna/ TR Warszawa Polen
Grzegorz Jarzyna, geboren 1968 im oberschlesischen Chorzów, wurde mit seinem Regiedebüt „Tropenkoller" nach zwei Stücken von Stanislaw Witkiewicz über Nacht zum Star der polnischen Theaterzene. In kürzester Zeit erhielt er alle wichtigen Theaterpreise des Landes, und bereits 1998 wurde ihm die künstlerische Leitung des renommierten Teatr Rozmaitości in Warschau anvertraut. Als Vertreter der Generation junger polnischer Künstler, die nicht mehr mit Anspielungen und Doppeldeutigkeiten an der Zensur vorbei arbeiten mußten, zeichnet sich Jarzynas Theatersprache durch Klarheit, Direktheit und eine geradezu magische Intensität aus. Die abgründigen Filme von Alfred Hitchcock, David Lynch und Quentin Tarantino beeinflussen seine Inszenierungen gleichermaßen.

Saskia Kästner Berlin
Saskia Kästner wurde 1966 in Karlsruhe geboren. Nach ihrer Ausbildung zur Wirtschaftskorrespondentin studierte sie Schauspiel und Sprechwissenschaft. Theaterengagements hatte sie u.a. am Ohnsorg-Theater Hamburg, bei Kampnagel Hamburg, Tacheles Berlin und den Zeisehallen Hamburg. Als Sprecherin arbeitete sie beim FAZ-Business Radio Berlin, der Deutschen Welle, dem Deutschlandradio Kultur, beim WDR und für Hörbücher. Ihre Soloprogramme sind: Schwester Cordula liest Arztromane (Comedy-Lesung); Frau Krause / die badische Heimsuchung; Walking act / stand-up-comedy für Messen, Shows.

Kinkaleri Italien
Kinkaleri wurde 1995 als Gruppierung für „Versuche über Formate und Möglichkeiten" gegründet. Die Arbeit der international agierenden Künstler Matteo Bambi, Luca Camilletti, Massimo Conti, Marco Mazzoni, Gina Monaco und Cristina Rizzo bewegt sich zwischen experimentellem Theater, visueller Forschung, Installation und Performance. 2002 wurde Kinkaleri für von der ‚Patalogo edition' mit dem Preis für die beste Tanz-/Theater-Produktion des Jahres ausgezeichnet.
Es folgten 2003 die Stücke "Tono" - ein akustisch-dynamisches Experiment mit zwei Tänzern und einem DJ - sowie das Videoprojekt „West". Ein Jahr später folgte „I Cenci/Spettacolo".

Christoph Marthaler/ Schauspielhaus Zürich Schweiz
Christoph Marthalers musikalisch-theatrale Collagen prägen seit den neunziger Jahren die deutschsprachige Theaterlandschaft. Hintergründiger Slapstick, Gesang und starke Rhythmisierung der Stücke sind Charakteristika des Marthaler-Stils. Geboren 1951 in Erlenbach bei Zürich, studierte er Musik in Zürich und absolvierte eine Pantomimenausbildung bei Jacques Lecoq in Paris. In den siebziger und achtziger Jahren war er als Theatermusiker an diversen deutschsprachigen Bühnen tätig und erarbeitete erste kleine musiktheatralische Projekte in der Schweiz. Frank Baumbauer holte ihn 1989 an das Theater Basel, wo er seine ersten Liederabende und Inszenierungen machte. Dort traf er zusammen mit der Bühnenbildnerin Anna Viebrock und der Dramaturgin Stefanie Carp, mit denen er seither ein Inszenierungsteam bildet. Von 2000 bis 2004 leitete er das Zürcher Schauspielhaus. Seine Abschiedsproduktion dort war „O.T. Eine Ersatzpassion".

Rick Miller & Daniel Brooks Kanada
Die in Toronto ansässige Necessary Angel Theatre Company wurde 1978 von Richard Rose gegründet. Seitdem hat die Company 40 Stücke entwickelt und produziert. Im November 2003 übernahm der Regisseur, Schriftsteller und Schauspieler Daniel Brooks die künstlerische Leitung der Company.
Rick Miller ist Architekt, Schauspieler und Sänger und tritt in drei Sprachen auf vier Kontinenten auf. Er gilt als einer der besten Performer in Kanada, sein Repertoire reicht von klassischem Theater zur Avantgarde, von Musicals zur Comedy, von Synchronisation zu Film und Fernsehen. Prägend war besonders die Zusammenarbeit mit Robert Lepage und Peter Gabriel.

Philine Velhagen und Barbara te Kock/ PATHOS transport theater München
Philine Velhagen studierte Theaterwissenschaft und Komparatistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Als freie Regisseurin inszeniert sie in Köln, München und Basel u.a. für Drama Köln, PATHOS transport theater und Raum 33. Barbara te Kock studierte nach einer Fotoassistenz bei Herlinde Koelbl Theaterwissenschaft in München. Sie arbeitet als freie Dramaturgin und Regisseurin u.a. an der Pasinger Fabrik und am PATHOS transport theater.
Gemeinsam inszenierten Philine Velhagen und Barbara te Kock neben „Warum man im Kino weint und im Theater nicht" (2003), die Stücke „Wie ich mich in einen Apfel zurückzog" (2004), „Judith und Euro" (2004) und „Verschwörung Kubelka" (2005).

Julian Rosefeldt Deutschland
Julian Rosefeldt hat Architektur in München und Barcelona studiert und arbeitet freischaffend als Bildender Künstler. Einzelausstellungen (Auswahl): Kunstsammlung Düsseldorf, Hamburger Bahnhof Berlin, Atlantis Space London, Goethe-Institute Paris, Porto, Sofia, Salvador de Bahia, Herzliya Museum of Art Tel Aviv, Kunstwerke Berlin. Gruppenausstellungen (Auswahl): Akademie der Künste und Nationalgalerie Berlin, Deichtorhallen Hamburg, Kunstmuseum Düsseldorf, Haus der Kunst München, Kunsthalle Wien, Tate Gallery of Modern Art London, Kunsthalle Basel, Centre Pompidou Paris, Yerba Buena Center for the Arts San Francisco, Columbia University und PS1 New York. Mit Videoarbeiten war Rosefeldt u. a. an den an den Inszenierungen „Supermarket" von Biljana Srbljanovic, „Goldene Zeiten" von Richard Dresser (beides in der Regie von Thomas Ostermeier), „Im Dickicht der Städte" von Bertolt Brecht (Regie: Grzegorz Jarzyna, 2003) und „Electronic City" von Falk Richter (Regie: Tom Kühnel, 2004) beteiligt.

She She Pop Hamburg
"She She Pop" ist eine Gruppe von sieben Künstlerinnen und einem Künstler aus Hamburg und Berlin, die in Giessen angewandte Theaterwissenschaft studiert haben. Sie haben bisher Live-Performances, Bandauftritte, mehrere Folgen einer selbstgedrehten Soap-Opera und Inszenierungen im öffentlichen Raum realisiert. "She She Pop" sind Johanna Freiburg, Fanni Halmburger, Lisa Lucassen, Mieke Matzke, Katharina Oberlik, Ilia Papatheodorou, Berit Stumpf und Sebastian Bark. Im Rahmen der Ankündigungen für die Produktion Trust (1998) bezeichnete sich She She Pop als die „Spice Girls des postkulturellen Theaters". Seitdem wird das Kollektiv dieses Label nicht mehr los.

48nord München
1998 gründeten Siegfried Rössert und Ulrich Müller 48nord als offenes Ensemble, das neben Duo-Konzerten in verschiedenen Besetzungen in Erscheinung tritt. Ulrich Müller arbeitet u.a. in den Bereichen Klanginstallation und Performance, hat an zahlreichen Theaterproduktionen mitgewirkt, eine Reihe von Hörspielen realisiert und ist als Hörfunk-Autor im Bereich E-Musik und als einer der Kuratoren der "t-u-b-e" (Galerie für radiophone Kunst, Installationen und Audio-Performances/München) tätig. Siegfried Rössert spielte als Bassist und Sänger in einer Vielzahl von Bands (u.a. Kevin Coyne, Engel wider Willen) ebenso wie in Ensembles für Alte Musik. Er komponiert für Theater-, Film- und Hörspielproduktionen und gibt mit renommierten Künstlern (u.a. George Lewis/ New York, Barry Guy/ London, Giancarlo Schiaffini/ Rom, David Moss/ New York) Konzerte im In- und Ausland (u.a. Centre for Contemporary Arts CCA Glasgow 2003, Gewandhaus Leipzig 2001, Philharmonie Köln 2000, Musikfest Hamburg 2000, Händelfestspiele Karlsruhe 1998).